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Unterlüß: Das weiße Gold der Südheide entdecken (Halbtagestour 22 km)

Entdecken Sie auf dieser Fahrradtour durch den Naturpark Südheide das "weiße Gold der Südheide", wie der vielseitige Bodenschatz Kieselgur genannt wird.


Der Weg führt Sie durch zahlreiche Heideflächen und an ehemaligen Kieselgur-Abbaugebieten vorbei.


Über die Entstehung, Entdeckung und Verwendung des kostbaren Bodenschatzes aus der Heide können Sie sich in einer Sonderausstellung im Albert-König-Museum in Unterlüß informieren.


Den Ausgangspunkt der Radtour können Sie zeitweise auch mit dem Bus erreichen.


Kieselgur


Kieselgur entstand durch Schalenreste der Kieselalgen, die vor mehreren hunderttausend Jahren lebten. Aus den Ablagerungen der mikroskopisch kleinen fossilen Schalenreste entstanden starke Sedimentschichten, die auf dem Grund von Gewässern liegen blieben und von Sanden und Kiesen bis zu 10 Meter  überdeckt wurden.


1836 wurde beim Graben eines Brunnens Kieselgur mit hoch gefördert. Die Bauern hofften Kalk zum Düngen ihrer Felder gefunden zu haben, aber der Erfolg blieb aus, und die Frauen versuchten das "weiße Mehl" zum Backen zu verwenden, aber es war schwer verdaulich und schmeckte nicht.


Das entstandene Material besteht hauptsächlich aus Siliziumdioxid und besitzt eine sehr poröse Struktur, wodurch große Mengen an Feuchtigkeit aufgenommen werden können.


Die eigentlichen Verwendungsmöglichkeiten wurden erst einige Jahre später bekannt als Alfred Nobel die Eigenschaften zur Herstellung von Dynamit nutzte und der Celler Ingenieur Wilhelm Berkefeld die ausgezeichnete Filterfähigkeit der Kieselgur erkannte.


Die damals entwickelten Berkefeld-Filter kamen erstmals bei der Hamburger Cholera-Epidemie 1892 erfolgreich zum Einsatz und wurden über viele Jahrzehnte weltweit eingesetzt.


Je nach Abbautiefe gab es die weiße, graue und grüne Gur, die 3 bis 36% organische Bestandteile enthielten. Die Grüne Gur lag in Höhe des Grundwasserspiegels und es konnten fossile Abdrücke von Fischen und Blättern erkannt werden.


In der Lüneburger Heide wurde ausschließlich Süßwasser-Kieselgur gefunden und noch bis 1994 abgebaut.



 

 

Länge der Tour: 22 km


Wegebeschaffenheit:
Entlang von befestigten Wald- & Feldwegen, Wirtschaftswegen und auf Radwegen entlang öffentlicher Straßen.


Ausschilderung:
Die Tour ist durchgehend mit dem abgebildeten Piktogramm gekennzeichnet.


Anfahrt zum Parkplatz Oberohe:
Den Parkplatz Oberohe erreichen Sie über die L 280 Müden (Örtze) Richtung Unterlüß. Nach ca. 8,5 km geht es in Oberohe rechts ab zum Parkplatz Oberohe.
Von montags bis freitags kann der Startpunkt auch mit CeBus Linie 261 Haltestelle Oberohe angefahren werden.


Position: N 52° 52.12161', E 010° 13.54780'


Radempfehlung: Tourenrad / Trekkingrad und E-Bike


weitere Informationen:

Tourist Information Müden (Örtze)
Unterlüßer Str. 5
29328 Müden (Örtze)
Tel. 05053 989220
www.touristinformation-mueden.de



Streckenbeschreibung:

Die Radtour beginnt am Parkplatz Oberohe und führt durch das ehemalige Kieselgur-Abbaugebiet Neuohe. Hier sind noch zahlreiche ehemalige Abbaugruben zu sehen, die heute teilweise mit Wasser gefüllt und naturnah wieder bewachsen sind. In der offenen Landschaft ist nur noch ein Teil des Abbaugebietes zu erleben.


Die sich anschließende Große Heide wird von einer traditionell gehüteten Heidschnuckenherde gepflegt. Mit etwas Glück treffen Sie die fleißigen Landschaftspfleger bei ihrer Arbeit an und können mit dem Schäfer ins Gespräch kommen.


Durch Wälder führt der Radweg bis zum Parkplatz Kalte Hofstube. Hier gibt es Informationen über den Mathematiker Carl Friedrich Gauß, der im 19. Jahrhundert bei der Gauß’schen Landvermessung auch die Anhöhen der Südheide nutzte. Diese Landvermessungen bildeten die Grundlagen der heutigen Landkarten. Zwei Gedenksteine erinnern an die Leistungen von Carl Friedrich Gauß.

 

Die Fahrradtour führt weiter am Heide-Erlebnispfad "Schillohsberg" vorbei, an einer landschaftlich sehr reizvollen Heidefläche bei Neu-Lutterloh. Durch den Franzosengrund und am Jugend Waldheim Siedenholz vorbei radeln Sie bis nach Unterlüß.


In Unterlüß zeigt das Albert-König-Museum die interaktive Kieselgur-Erlebnisausstellung, in der die naturwissenschaftlichen Fakten und die künstlerische Perspektive in Werken des Künstlers Albert König herausgestellt werden.


Vom Museum sind es nur einige 100 m bis zum Bahnhof Unterlüß.


Auf dem Rückweg durchfahren Sie Unterlüß und auf dem straßenbegleitendem Fahrradweg radeln Sie zurück nach Oberohe.

 



Umfangreiches Kartenmaterial und weitere Informationen zu dieser Tour finden Sie im Region Celle Navigator.

Bilderstrecke

  • Ehemalige Kieselgurgrube in Oberohe
  • Piktogramm für Kieselgurtour
  • Landschaft im ehemaligen Kieselgurabbaugebiet
  • Albert König Museum in Unterlüß
  • Schnuckenherde in Oberohe
  • Ehemalige Kieselgurgrube in Oberohe
  • Kieselgurteich bei Oberohe
  • Schnuckenherde in Oberohe
  • Spinnennetz zwischen Heidekraut
  • Heidschnuckenherde

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