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Tagestour: Naturpark Südheide - Gauß'sche Vermessungspunkte im Bergland der Südheide

Wandergebiet W7 Naturpark Südheide: Gauß’sche Vermessungspunkte im Bergland der Südheide


Die Wanderung folgt den Spuren des berühmten Göttinger Mathematikers und Landvermessers Johann Carl Friedrich Gauß, der im 19. Jahrhundert die Anhöhen der Südheide für seine Vermessungsarbeiten nutzte und an dessen Leistungen zwei Gedenksteine erinnern. In der zum Teil recht hügeligen Landschaft werden Höhen von über hundert Metern erreicht, so dass zum Teil der Eindruck entsteht, die Wanderung würde durch ein Mittelgebirge führen. Herausragende Anhöhen sind der Hesterberg, der Hausselberg und der Süllberg. Es handelt sich dabei um von den Gletschern der Eiszeit aufgetürmte Geschiebemassen aus Sand und Gestein, so genannte Endmoränen. Die Wanderung erschließt die ausgedehnten Wälder des Lüß. Der Lüßwald ist ein etwa 8.000 Hektar großes Waldgebiet bei Unterlüß. Vereinzelt sind Heideflächen als Teile des Naturschutzgebietes "Heideflächen mittleres Lüßplateau" eingestreut.


 

Ausgangspunkt:

Der Ausgangspunkt für diese drei Wanderungen ist der Parkplatz "Kalte Hofstube" bei Neulutterloh.

Anfahrt zum Parkplatz "Kalte Hofstube”

Der Parkplatz "Kalte Hofstube” befindet sich an der K 17 von Unterlüß aus in Richtung Hermannsburg ca. 2 km vor Neu Lutterloh auf der rechten Seite am Waldrand.

Position: N 52° 49.85830', E 010° 15.63409'


Kurze Tour: 2,1 km

Mittlere Tour: 8,6 km

Lange Tour: 18,6 km


Die drei Touren des Wandergebiete W7 sind mit dem abgebildeten Piktogramm beschildert. An Abzweigungen ist die kurze Tour mit einem kleinen grünen Kreis gekennzeichnet, die mittlere Tour mit einem mittleren gelben Kreis und die lange Tour mit einem heidefarbenen großen Kreis.



Weitere Informationen und Tipps zu den Touren des Wanderparadieses Südheide finden Sie auch hier im Region Celle Navigator.



Gaußsteine

Die beiden Gaußsteine auf der Höhe des Breithorns und auf dem Hausselberg befinden sich an den ehemaligen trigonometrischen Punkten des Mathematikers Johann Carl Friedrich Gauß, der im 19. Jahrhundert die Anhöhen der Südheide für Vermessungsarbeiten nutzte. 1820 beauftragte König Georg IV. ihn mit der Vermessung des Königreiches Hannover. Gauß war damals Professor der Astronomie und Direktor der Sternwarte an der Universität Göttingen. Der Mathematiker nutzte für seine Arbeiten die markanten und weithin sichtbaren Anhöhen der Südheide, beispielsweise den Gipfel des 118 m hohen Hausselberges. Dieser stellte einen von drei Dreieckspunkten dar, zu denen auch der Falkenberg bei Wardböhmen (150 m über Meeresniveau) und der nördlich davon gelegene Wilseder Berg (169 m über Meeresniveau) gehörten.


Ein weiteres Dreieck bildete der Hausselberg mit dem Falkenberg und dem Breithorn (117 m über Meeresniveau), auf dem ebenfalls ein Gedenkstein errichtet wurde, der auch ein Anlaufpunkt der Wanderung ist. Um auf den Höhenpunkten überhaupt Vermessungsarbeiten durchführen und diese untereinander anpeilen zu können, bedurfte es einer freien Sicht zwischen den Punkten. Bei der heutigen Bewaldung des Geländes wären diese Arbeiten gar nicht möglich gewesen. An Stelle des Waldes herrschte zu Gauß Zeiten noch Heidevegetation vor. Aber teilweise mussten auch seinerzeit schon für die Vermessung Sichtschneisen in vorhandene Wälder geschlagen werden.


Gauß zu Gast in der Südheide

Während der Vermessungsarbeiten auf dem Hausselberg wohnte Gauß für zehn Tage auf dem Hof von der Ohe in dem kleinen Dorf Oberohe nordöstlich seiner Arbeitsstätte. In einem Brief an seinen Freund Dr. Olbers berichtet er über die einfachen Lebensverhältnisse der damaligen Landbevölkerung: "...Dort lebte eine Familie, deren Haupt Peter Hinrich von der Ohe zur Ohe sich schreibt, dessen Eigentum vielleicht eine Quadratmeile groß ist, dessen Kinder aber die Schweine hüten. Manche Bequemlichkeit kennt man dort gar nicht, zum Beispiel einen Spiegel, einen Abort oder dergleichen." Als Professor der Universität Göttingen war Gauß sicherlich einen anderen Lebensstandard gewohnt. Die jahrelangen Vermessungsarbeiten in der Provinz verlangten ihm offensichtlich einige Entbehrungen ab.


Das Erbe der Eiszeit

Die hügelige Landschaft bei Unterlüß, deren Kuppen Höhen von mehr als hundert Meter über Meeresniveau erreichen, ist ein Produkt der vorletzten Eiszeit, der Saale-Eiszeit. Ihr wird der Zeitraum um 300.000 bis 130.000 Jahre vor heute zugeordnet. Darüber hinaus lag Norddeutschland im Einflussbereich von zwei weiteren Eiszeiten, der älteren Elster-Eiszeit und der jüngeren Weichsel-Eiszeit. Die Gletscher der letzten Vereisungsperiode erreichten die Südheide jedoch nicht mehr. Somit haben insbesondere die Gletscher der Saale-Eiszeit die Hügel geformt. Sie sind Teil eines so genannten Endmoränenzuges, zu dem auch der Falkenberg bei Wardböhmen gehört. Sand und Geröll wurden als Geschiebe vor den Gletschern abgelagert und markieren als hoch aufragende Moränenketten ein bestimmtes Stadium der aus dem skandinavischen Raum hervorgegangenen Gletschervorstöße. Für den Namen der Eiszeit hat die Saale, ein Nebenfluss der Elbe, Pate gestanden. Die maximale Vereisung reichte bis an diesen Flusslauf heran.

Bilderstrecke

  • Blick aus dem "Bergland" der Südheide
  • Naturpark Südheide
  • Wegweiser zum Gaussstein
  • Ginsterblüte am Wegesrand
  • Heide in Lutterloh
  • Treppenspeicher in Lutterloh

Bewegen Sie die Bilder mit Hilfer der Pfeiltasten nach links oder rechts und klicken Sie auf eines der Bilder, um eine größere Version des Bildes zu sehen

Etappen

Kurze Tour (2,1 km) Gauß’sche Vermessungspunkte im Bergland der Südheide

Die kurze Tour verläuft vom Wanderparkplatz „Kalte Hofstube“ zunächst am Waldrand nach Süden und führt nach etwa einem halben Kilometer in das Waldgebiet Breitenhorn. Nach weiteren 400 m zweigt ein

Mittlere Tour (8,6 km) Gauß’sche Vermessungspunkte im Bergland der Südheide

Die mittlere Tour führt ebenfalls vom Wanderparkplatz „Kalte Hofstube“ Richtung Süden. Es geht in das Waldgebiet Siedenholz. Am Theerhof führt der Weg links weiter durch den Franzosengrund. Hier sollen die

Lange Tour (18,6 km) Gauß’sche Vermessungspunkte im Bergland der Südheide

Die lange Tour greift die wichtigsten Punkte der kurzen und mittleren Tour auf, führt aber zunächst nach Nordwesten am Fuße des Süllberges vorbei. Der Wald öffnet sich nach einiger Zeit

Unterkünfte entlang der Tour

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