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Tagestour: Naturpark Südheide - Der Urwald im Lüß

Wandergebiet W8 Naturpark Südheide: Der Urwald im Lüß


Die Wanderung führt durch das ausgedehnte Waldgebiet südöstlich von Unterlüß und schließt den Walderlebnispfad "Der Urwald im Lüß" der Gemeinde Unterlüß ein. Dieser Walderlebnispfad führt sowohl durch den forstlich genutzten Wald als auch entlang eines von den Niedersächsischen Landesforsten ausgewiesenen Naturwaldreservates. Hier darf sich der Wald ohne jegliche menschliche Nutzung naturnah zu einem Urwald entwickeln und dient als Rückzugsraum für seltene Tiere und Pflanzen. An mehreren Infotafeln wird allerhand Wissenswertes über den Wald vermittelt. Außerdem geht es zum Lüßberg, der mit 130 Metern die höchste Erhebung im Naturpark Südheide darstellt. Der Walderlebnispfad deckt sich im Wesentlichen mit der kurzen Tour. Je nach Wunsch kann über die weiteren Tourabschnitte die Wanderung in die umgebenden Wälder ausgedehnt werden.


 

Ausgangspunkt:

Der Ausgangspunkt für die drei Wanderungen durch das Lüßwaldgebiet ist der Parkplatz "Lüßwald" an der L280.

Anfahrt zum Parkplatz "Lüßwald”

Der Parkplatz "Lüßwald” liegt an der L 280 von Unterlüß in Richtung Weyhausen ca. 1 km vom Ortsausgang Unterlüß auf der linken Seite.

Position: N 52° 49.69679', E 010° 18.84224'

 


Walderlebnispfad "Der Urwald im Lüß" - Kurze Tour: 7,2 km

Mittlere Tour: 10,8 km

Lange Tour: 14,5 km


Die drei Touren des Wandergebiete W8 sind mit dem abgebildeten Piktogramm beschildert. An Abzweigungen ist die kurze Tour mit einem kleinen grünen Kreis gekennzeichnet, die mittlere Tour mit einem mittleren gelben Kreis und die lange Tour mit einem heidefarbenen großen Kreis.



Weitere Informationen und Tipps zu den Touren des Wanderparadieses Südheide finden Sie auch hier im Region Celle Navigator.



Der Lüß als altes Waldgebiet

Während viele Wälder in der Südheide auf ehemaligen Heidestandorten wachsen, die erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts aufgeforstet wurden, handelt es sich beim Lüß um ein altes Waldgebiet. Es findet bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts als königlicher Bannforst Erwähnung, in dem der Holzeinschlag verboten war. Auch in den Karten der Kurhannoverschen Landesaufnahme aus den Jahren 1777/78 sind große Waldflächen eingezeichnet. Diese großen zusammenhängenden und überwiegend unzerschnittenen Wälder prägten das Landschaftsbild der Region. Der Lüß war Teil eines noch größeren Waldgebietes, das sich nördlich von Celle über den Klosterforst Miele und den Bereich Eschede, über Unterlüß und Hösseringen bis nach Uelzen und vor die Tore Lüneburgs erstreckte. In diesen weitläufigen Waldgebieten hat die Forstwirtschaft eine lange Tradititon. Noch heute besteht trotz aller Verwaltungsreformen und Zusammenlegungen von Verwaltungseinheiten das Forstamt in Unterlüß.


Für die Tierwelt stellen die ausgedehnten und nur wenig zerschnittenen Waldgebiete wertvolle Lebensräume dar. So ist der Lüß unter anderem für seine starken Rothirschbestände bekannt. In den weit ab von menschlichen Siedlungen gelegenen Wäldern brütet der seltene und störungsanfällige Schwarzstorch. Auch der Wolf streicht vereinzelt wieder durch diese Wälder und findet mit Rehen und Hirschen seine natürliche Jagdbeute vor.


Naturwaldreservate

Naturwaldreservate, wie eines im Lüßwald zu finden ist, sind Wälder, die aus der Nutzung herausgenommen wurden. Das heißt, dass kein Baum gefällt und auch kein Baum gepflanzt wird. Der Wald wird der Natur überlassen. Der Mensch verzichtet auf jeglichen Eingriff und der Wald kann sich so entwickeln, wie er es in der Vergangenheit vor dem Auftreten und Wirken des Menschen über Jahrtausende getan hat. Dies stellt eine Besonderheit in unseren forstwirtschaftlich genutzten Wäldern dar, in denen die Bäume lange vor dem Ende ihrer natürlichen Lebenserwartung gefällt werden. Rotbuchen können bis zu 300 Jahre, Eichen gar bis zu 800 Jahre alt werden. An dieses hohe Alter haben sich im Laufe der Evolution viele Tierarten angepasst. So gibt es Käferarten, für die Eichen erst ab einem Alter von 120 Jahren als Lebensraum in Frage kommen. Andere treten erst auf, wenn sich der Baum seinem Lebensende nähert und viel Totholz als Lebensraum für die Larven zur Verfügung steht. Der Schwarzspecht ist beim Höhlenbau auf alte Rotbuchen mit einer gewissen Stärke angewiesen. Buchen in Wirtschaftswäldern erreichen diese Dimensionen häufig nicht.


Typisch für ein Naturwaldreservat sind aber nicht nur uralte dicke Bäume, sondern das gleichzeitige Vorkommen von Bäumen aller Altersstufen. Bricht ein Baumriese wegen Altersschwäche zusammen, erreicht plötzlich viel mehr Licht den Waldboden und junge Bäume können austreiben. Während diese wachsen und immer größer werden, werden die auf dem Boden liegenden Überreste des Baumriesen von allerlei Tieren besiedelt und langsam von Pilzen zersetzt. Die dabei frei werdenden Nährstoffe stehen den jungen Bäumen für ihr Wachstum wieder zur Verfügung. Damit schließt sich der Kreislauf des ungestörten Werdens und Vergehens, der für die Tier- und Pflanzenwelt so bedeutsam ist.

Bilderstrecke

  • Luesswald, der Urwald in der Lueneburger Heide bei Unterluess
  • Luesswald, der Urwald in der Lueneburger Heide bei Unterluess
  • Piktogramm zum Urwald im Luess
  • Luesswald, der Urwald in der Lueneburger Heide bei Unterluess
  • Märchenhafter Baumstubben
  • Stangenwald im Lüßwald
  • Wald mit Naturverjüngung
  • Luesswald, der Urwald in der Lueneburger Heide bei Unterluess
  • Fliegenpilz
  • Blick in den Urwald

Bewegen Sie die Bilder mit Hilfer der Pfeiltasten nach links oder rechts und klicken Sie auf eines der Bilder, um eine größere Version des Bildes zu sehen

Etappen

Kurze Tour (7,2 km) Der Urwald im Lüß

Die kurze Tour führt vom Parkplatz „Lüßwald“ auf den mit Infotafeln ausgestatteten Walderlebnispfad über einen Holzernteplatz zu einem Arbeitsdienstdenkmal. Nach einer kleinen Reise in das Reich der röhrenden Hirsche lädt

Mittlere Tour (10,8 km) Der Urwald im Lüß

Die mittlere Tour schließt die Höhepunkte der kurzen Tour ein und führt zu einer Mähwiese, die eine Lichtung im umgebenden Wald bildet. Am Forstamt Lüß wird die Landesstraße 280 überquert

Lange Tour (14,5 km) Der Urwald im Lüß

Die lange Tour greift die wichtigsten Punkte der kurzen und mittleren Tour auf, führt aber deutlich weiter nach Süden. Durch den Wald geht es vorbei an zwei Teichen bis zur

Anschlussrouten an die Tour

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